Was kann man auf Formentera an einem Tag mit dem Boot sehen?
Formentera liegt nur 11 Seemeilen südlich von Ibiza, fühlt sich aber wie eine andere Welt an. Das Wasser ist so klar, dass es computergeneriert wirkt, die Strände zählen regelmäßig zu Europas besten, und die Ankunft per Privatboot — statt mit der überfüllten Fähre — verwandelt das Erlebnis komplett.
Wir fahren seit über zehn Jahren Tagestouren nach Formentera ab Santa Eulalia. Dies ist die Route, die wir am häufigsten empfehlen — verfeinert über Hunderte von Fahrten und angepasst an reale Bedingungen: Wind, Gezeiten, Mittagszeiten und wie man die Mittagsmassen an den beliebtesten Orten vermeidet.
Stopp 1: S'Espalmador (10:45 – 12:00)
Nach etwa 40–45 Minuten offener Seefahrt ab Santa Eulalia erreichen Sie S'Espalmador — eine kleine, private Insel in der Meerenge zwischen Ibiza und Formentera. Die Insel hat eine geschützte natürliche Bucht an der Westseite mit Sandgrund, perfekt zum Ankern (kein Posidonia, keine Bußgelder).
Das Wasser hier wechselt je nach Licht zwischen Türkis und Smaragdgrün, und an einem ruhigen Morgen sieht man den Grund in sechs Metern Tiefe. S'Espalmador beherbergt auch natürliche Schlammbäder in einer kleinen Binnenlagune — der mineralreiche Ton soll gut für die Haut sein, und der Spaziergang vom Strand dauert etwa 10 Minuten.
💡 Skipper-Tipp: Kommen Sie möglichst vor 11:00 Uhr an. Ab Mittag füllen die Katamarantouren aus Ibiza-Stadt die Bucht. Am frühen Morgen haben Sie den gesamten Ankerplatz möglicherweise für sich allein.
Stopp 2: Ses Illetes & Llevant (12:15 – 14:00)
Von S'Espalmador sind es nur 10 Minuten Fahrt nach Süden zur Nordspitze Formenteras — dem berühmten Doppelstrand Ses Illetes und Playa de Llevant. Ses Illetes zeigt nach Westen und ist bei der typischen Sommerbrise geschützter; Llevant zeigt nach Osten und fängt die Morgensonne früher ein.
Dieser Sandstreifen wird regelmäßig zu Europas besten Stränden gezählt. Das Wasser ist unglaublich klar, der Sand weiß und fein, und die Halbinsel ist so schmal, dass man in unter einer Minute von einem Strand zum anderen laufen kann. Es gibt Strandrestaurants entlang Ses Illetes — Juan y Andrea und Es Ministre sind die bekanntesten — wo man vor der Küste ankern und zum Mittagessen an Land schwimmen kann.
💡 Skipper-Tipp: Versuchen Sie nicht, direkt vor den Restaurants zu ankern — das Gebiet ist überlastet und die Posidonia-Vorschriften sind streng. Ankern Sie 100–200 Meter nördlich auf Sandgrund und schwimmen oder paddeln Sie hin.
Stopp 3: Cala Saona (14:30 – 15:45)
Nach dem Mittagessen segeln Sie um die Westküste zur Cala Saona — eine hufeisenförmige Bucht mit roten Tonklippen, Pinien und einigen der wärmsten Gewässer der Insel. Die Klippen schaffen am späten Nachmittag natürlichen Schatten, und der Sandgrund reicht weit vom Ufer — ideal zum Ankern und Schwimmen.
Die Anfahrt per Boot ist spektakulär — die rostfarbenen Klippen vor dem türkisfarbenen Meer gehören zu Formenteras meistfotografierten Szenen. Dies ist normalerweise die beste Zeit für den Seabob oder zum Schnorcheln.
Stopp 4: Es Caló oder Kap Barbaria Klippen (16:00 – 16:45)
Option A — Es Caló de Sant Agustí: Ein winziges Fischerdorf an Formenteras Ostküste mit traditionellen Bootshäusern und wunderschönen Felspools zum Schwimmen. Ruhig, authentisch und meilenweit von jedem Touristenpfad entfernt.
Option B — Kap Barbaria Küstenklippen: Fahren Sie entlang der Südklippen zum berühmten Leuchtturm. Sie können hier nicht ankern (tief und exponiert), aber entlang der Felswand bei langsamer Fahrt ist es dramatisch und ergibt unglaubliche Drohnenaufnahmen.
Die Rückfahrt (17:00 – 18:00)
Die Fahrt zurück nach Santa Eulalia dauert etwa 45–55 Minuten. Das Nachmittagslicht auf dem Wasser ist wunderschön — jetzt entstehen die besten Fotos des Tages. Wenn die Bedingungen stimmen, fügt ein kurzer Abstecher entlang der südlichen Ibiza-Küste auf dem Rückweg 15 Minuten und spektakuläre Klippenszenen hinzu.
Warum Formentera per Privatboot besser ist als die Fähre
Die Fähre von Ibiza kostet 20–40 € pro Person (Hin- und Rückfahrt), dauert 30–60 Minuten und setzt Sie in La Savina ab — von wo aus Sie noch Räder brauchen, um einen Strand zu erreichen. Sie sind an den Zeitplan anderer gebunden, in der Menge anderer, auf der Route anderer.
Per Privatboot bestimmen Sie das Tempo. Sie ankern, wo Sie wollen, fahren, wann Sie wollen, und erreichen Strände, die überhaupt keinen Straßenzugang haben. Sie schwimmen vom Heck Ihres Bootes in Wasser, das wie ein Bildschirmschoner aussieht. Es ist nicht nur ein anderes Transportmittel — es ist ein völlig anderes Erlebnis.